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Was ist Rechenschwäche - was sind die Ursachen?

(Zus.fassung von Sonja Dorau, der Leiterin von "rechne mal". In ihrem Dyskalkulie-Institut arbeite auch ich als Kursleiterin)

 

Man spricht im allgemeinen von einer Rechenschwäche, wenn ein Kind bei normalem Intelligenzniveau im Rechnen durchgehend schlecht ist, während es in anderen Fächern gute oder auch sehr gute Leistungen erzielt. Ein Mangel im Erfassen grundlegender Zahlkonzepte und Rechenfertigkeiten, Unverständnis für mathematische Zeichen und Ausdrücke und noch keine Entwicklung einer Mengenvorstellung hindern das Kind, die Zahlenwelt mit Inhalt zu füllen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Rechenschwäche folgendermaßen definiert:

"Diese Störung beinhaltet eine umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden."

Die Folgen, die sich aus dieser Definition ableiten lassen, sind offensichtlich. Bei einer Rechenschwäche handelt es sich nicht um eine vorübergehende Erscheinung, sondern um eine besondere Schwäche, die das allgemeine Lernverhalten des Kindes beeinflussen kann. Es kann Angst, Lernblockaden und zunehmende Misserfolgsorientiertheit erzeugen Um eine Rechenschwäche erfolgreich zu bewältigen, ist eine gezielte – möglichst früh einsetzende - Förderung notwendig.   

So unterschiedlich die Erscheinungsformen einer Rechenschwäche sind, so vielfältig sind auch deren Ursachen. Sie lassen sich jedoch in einige wesentliche Bereiche zusammenfassen.Dazu gehören:

Störungen im emotionalen, psychischen Bereich

Hier lassen sich z.B. Beziehungsprobleme zwischen dem Kind und seinen Eltern, seinen Lehrern oder anderen Bezugspersonen nennen. Sie lösen Ängste und Überforderung, Konzentrationsstörungen und Blockaden und nicht zuletzt ein negatives Selbstwertgefühl aus.

Neurologisch bedingte Störungen

Um rechnen zu lernen, bedarf es eines Zusammenspiels bestimmter Teilfähigkeiten des Gehirns wie Gedächtnisspeichern, Vorstellungsfähigkeit, Konzentration, motorische Koordination. Liegt eine "Teilleistungsstörung" in einem oder mehreren Bereichen vor, sind die Kinder bei der Lösung von Rechenaufgaben hoffnungslos überfordert.

Mangelndes Unterrichtsangebot oder didaktisch schlechter Unterricht

Abgesehen von häufigem Stundenausfall kann auch ein schlecht geplanter Unterricht zu Lernschwierigkeiten führen. Mathematische Operationen müssen handlungsorientiert und anschaulich vermittelt werden, sie sollten an den Entwicklungsstand der Schüler angepasst sein und in einem differenzierten Unterricht angeboten werden. Lehrkräfte brauchen die Fähigkeit, über ihren eigenen Unterricht zu reflektieren und sollten für die eventuellen Schwächen ihrer Schüler sensibilisiert sein.

Diese drei Felder können in wechselseitige Beziehung treten.

 

Rechenschwäche

IFRK

IFRK = "Initiative zur Förderung rechenschwacher Kinder e.V."

www.rechne-mal.de

Schule für Kids mit Rechenschwäche

www.zahlbegriff.de

Liste, zusammengestellt vom IML Braunschweig. Sie enthält Links zu empfohlenen Einrichtungen zur Therapie von Rechenschwäche
Alle diese Institute bieten Beratung, Förderdiagnose und integrierte Lerntherapie an.